Die Liebe allein versteht das Geheimnis,

andere zu beschenken und

dabei selbst reich zu werden. Clemens Brentano

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Vesperkirche Mannheim

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    Wir sind für alle anderen da

    Letztes Vesperkirchen-Wochenende startet / Umfangreiche Vorarbeiten

    (02.02.2017) Um 6:50 Uhr ist die Mannheimer Innenstadt noch ruhig, der Morgen graut erst langsam. Nur ein Wagen rumpelt laut durch die Stille. „Nachher, wenn er voll ist, ist es leiser“, verspricht Karl-Heinz Mink, der die mannshohe Kunststoff-Konstruktion durch die Straßen manövriert. Auf dem Rückweg werden 300 Brötchen den Schall dämpfen, die Mink von der Grimminger-Filiale am Paradeplatz abholt. Er hat eben sein Tagwerk begonnen – die Vorbereitungen für die Mannheimer Vesperkirche.

    Karl-Heinz Mink gehört seit sechs Jahren zum Team der Vesperkirche. Solange die Aktion dauert, steht er jeden Tag um 4:30 Uhr auf und kommt aus Ludwigshafen nach Mannheim, um hier als Ehrenamtlicher zu helfen. Freie Tage gönnt er sich dabei keine, auch nicht nach zwei Schlaganfällen. Als vor ein paar Jahren wegen starken Schneefalls keine Straßenbahn fuhr, machte er sich eben zu Fuß auf den Weg. Sorgen wie die der Vesperkirchen-Pfarrerin wischt er gut gelaunt beiseite: „Frau Sobottke sagt immer: ‚Herr Mink, Sie müssen sich schonen!‘ Und ich sage dann ‚ja‘ – und mache das Gegenteil.“ Er lacht, aber als er von seiner Motivation erzählt, wird er ernst: „Ich mach es ja nicht für mich alleine, ich mach es ja für die Leute“, sagt er. „Die Reichen helfen sich selber – wir sind für alle anderen da.“

    Zurück in der Kirche, beginnt er in einem Gastronomie-Automaten Kaffee zu kochen. 60 Liter müssen bereit stehen, wenn später die Gäste kommen, dazu 30 Liter heißes Wasser für Tee. Mittags wird dann noch einmal nachgekocht. Mink bereitet alles für die Ausgabe der Getränke vor, schließt die Thermogeräte an, legt Zucker, Milch und Kakao griffbereit für die Kollegen. Aus der ersten Maschine zapft er gleich zwei Becher ab. Einen reicht er an Artur Stang weiter, der ebenfalls schon früh hier eingetroffen ist. Er war bis letzten Oktober Kirchendiener in der CityKirche Konkordien, jetzt kommt der Rentner eben ehrenamtlich zu Arbeit. „Was man halt so macht für die Vesperkirche“, sagt er und lächelt verschmitzt. Stang leert die Mülleimer, überprüft die Spülmaschinen und bereitet alles so vor, dass die Arbeit hinter den Kulissen später flüssig läuft. Sein Nachfolger Max Klemig fährt derweil mit schwerem Gerät durch den Innenraum der Kirche und säubert den Bereich, in dem mittags die Gäste essen werden. „Für die Menge an Leuten, die jeden Tag kommt, ist es hier unheimlich sauber“, sagt er. „Früher habe ich im Hessischen Hof in Frankfurt gearbeitet – das war kein Vergleich!“ Die Kunden des 5-Sterne-Hotels feiern offenbar anders.

    Kurz nach 8 Uhr stößt Michael Schmidt zur Mannschaft dazu; er bringt auf einem Rollwagen Brotspenden der Ilvesheimer Bäckerei Magin in den Raum, in dem gleich die Vesperbeutel für die Gäste hergerichtet werden. 300 Brötchen würden nicht reichen für die jeden Tag über 500 Besucher der Vesperkirche. Auch Schmidt ist schon seit Jahren dabei: „Unsere Chemie stimmt, da ist das Freude pur“, sagt er. „Und die Pfarrerinnen hier sind einfach super!“ Die Wertschätzung ist gegenseitig: „Ohne die Ehrenamtlichen wäre die Vesperkirche nicht möglich. Sie tragen die Hauptarbeit“, sagt Pfarrerin Anne Ressel.

    Um 9:06 Uhr ist Karl-Heinz Mink fertig fürs Erste. Die Zeit bis zum Nachkochen des Kaffees am Mittag vertreibt er sich mit: Arbeit. „Ich mache alles, was so anfällt“, sagt er. „Irgendwas gibt es immer zu tun.“

    Foto: Die Herren Mink, Schmidt und Stang. Fotocredit: DW

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