Die Liebe allein versteht das Geheimnis,

andere zu beschenken und

dabei selbst reich zu werden. Clemens Brentano

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Vesperkirche Mannheim

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    (16.02.2017 Mannheim / Karlsruhe / Pforzheim / Singen) Mit mehr als 40.000 Besucherinnen und Besucher sind die badischen Vesperkirchen auch in diesem Winter wieder auf eine starke Resonanz gestoßen. Alleine in der Vesperkirche Karlsruhe wurden rund 7200 Essen ausgeteilt; mehr als 16.000 Teilnehmende zählte die Vesperkirche in Mannheim in den zurückliegenden vier Wochen. Oberkirchenrat Urs Keller (Diakonie) erklärte: „Die Vesperkirchen sind zu einem festen Bestandteil bei Menschen in Notlagen geworden.“

    Zugleich sei die Inanspruchnahme ein alarmierendes Zeichen. Sie zeige die offene und versteckte, materielle und nichtmaterielle Not, auf die es auch sozialpolitische Antworten brauche, sagte Keller. Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Baden würdigte das starke Engagement in den Vesperkirchen und erklärte: „Die vielen Ehrenamtlichen übernehmen individuelle und zivilgesellschaftliche Verantwortung und leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.“

    Neben den größeren Vesperkirchen in Mannheim, Karlsruhe, Pforzheim und Singen organisierten auch kleinere Orte eine Vesperkirche. Bereits im Dezember fand die Mannheimer Kinder-Vesperkirche in der Jugendkirche Mannheim-Waldhof statt. Bis zu 400 Ehrenamtliche kümmerten sich in den einzelnen Kirchen vor Ort um die Besucherinnen und Besucher. Vier Wochen lang waren die Menschen eingeladen zu Gemeinschaft beim Essen, Kaffeetrinken, Spielen und Reden.

    „Vesperkirche ist viel mehr als nur die Möglichkeit, preiswert zu essen und es für ein paar Stunden warm zu haben. In der besonderen Atmosphäre des Kirchenraums kommen Menschen aus dem ganzen Stadtgebiet zusammen und verbringen Zeit miteinander, lachen, spielen und feiern Gottesdienst: Gäste und Mitarbeitende, Alleinstehende und Familien, Junge und Ältere, Bedürftige und Wohnungslose genauso wie Gutsituierte“, beschreiben Lara Pflaumbaum und Dieter Eger von der Karlsruher Projektleitung die Idee der Vesperkirche.

    Unter dem Namen „Vesperkirche“ führen evangelische Kirchengemeinden in Süddeutschland, vorwiegend in Baden-Württemberg, jährlich in den Wintermonaten soziale Projekte zugunsten von Armen und Bedürftigen durch. Kern des Angebots ist ein warmes Mittagessen, das zu einem eher symbolischen Preis angeboten wird. Finanziert wird die Vesperkirche durch private Spenden. Außerdem engagieren sich verschiedene Firmen und Einrichtungen. Das erste Projekt dieser Art startete 1995 in der Stuttgarter Leonhardskirche.

    (Dr. Daniel Meier, ZfK, Evangelischer Oberkirchenrat Karlsruhe)(Foto: Alexander Kästel)

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